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Wohnungsbrand fordert 1 Todesopfer

Datum: 10. November 2022 um 23:33
Einsatzart: Brandeinsätze > Mittelfeuer
Einsatzort: Langelsheim, Uitschenpump
Einheiten und Fahrzeuge:

Weitere Kräfte: Bergwacht Langelsheim, Kripo Goslar, Kriseninterventionsteam Lk Goslar, Polizei Goslar, Rettungsdienst Lk Goslar


Einsatzbericht:

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden der Rettungsdienst und die Feuerwehr Langelsheim um 23:33 Uhr in den Uitschenpump mit der Textmeldung “Kellerbrand, Menschenleben in Gefahr” alarmiert. Der zuerst eintreffende Rettungsdienst gab aber über Funk schon die Korrektur, dass es sich um einen Wohnungsbrand mit starker Rauchentwicklung im Erdgeschoss handelte. Letztendlich konnte die 85 jährige Bewohnerin nur noch tot geborgen werden.

Von dem Zweifamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoss gab uns der Mieter der oberen Wohnung zu verstehen, dass die ältere alleinstehende Bewohnerin aus dem Erdgeschoss noch nicht im Freien sei. Eine herbeigeeilte Nachbarin, die sich um sie kümmerte, übergab uns einen passenden Wohnungsschlüssel, so dass wir gewaltfrei Zugang fanden.

Zwei Atemschutztrupps des ersten Löschgruppenfahrzeugs drangen in die stark verqualmte Wohnung vor, fanden nach kurzer Suche die ältere Dame in der Küche auf dem Fußboden liegend, brachten sie umgehend nach draußen und übergaben sie dem Rettungsdienst.
Die Trupps löschten das im Schlafzimmer ausgebrochene Feuer sehr schnell und beförderten die verbrannten Teile durch das durch die Hitze des Feuers zerstörte Fenster nach draußen in den Garten.
Anschließend wurden die Räumlichkeiten mit einem Hochleistungslüfter aufwendig belüftet. Erst danach konnte auch die inzwischen eingetroffene Kriminalpolizei in die Wohnung hinein, um die Brandursache zu ermitteln. Nach ersten Erkenntnissen soll das Feuer im Schlafzimmer ausgebrochen sein.
Als sehr hilfreich erwies sich wieder einmal der mobile Rauchverschluss. Dieser variable Vorhang aus nicht brennbarem Material wurde vor dem ersten Betreten vor die Wohnungseingangstür gespannt und verhinderte erfolgreich, dass der hochgiftige und stark verschmutzende Brandrauch nicht in das Treppenhaus dringen und dieses kontaminieren konnte.

Nachdem die Notärztin den Tod der Bewohnerin festgestellt hatte, machte sich allgemeine Betroffenheit an der Einsatzstelle bemerkbar. War unser Einsatz vielleicht zu langsam, hätten wir anders vorgehen können, gab es überhaupt eine Chance, die 85 jährige zu retten? Aber alle Einsatzzeiten und unser taktisches Vorgehen waren vorbildlich und brauchen uns kein schlechtes Gewissen zu machen.
Ein Mitarbeiter des landkreiseigenen Kriseninterventionsteams (KIT) kam noch in der Nacht zu uns und unterstützte uns in einem gemeinsamen Gespräch bei unseren Gedanken. Wir bedanken uns ausdrücklich bei ihm für den positiven Austausch.

Erst gegen 2 Uhr in der Nacht war dann dieser Einsatz beendet, hatten wir unsere Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht und die kontaminierte Einsatzkleidung getauscht.

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