Am vergangenen Wochenende veranstaltete die Jugendfeuerwehr (JF) Wolfshagen im Harz erstmals ein Ausbildungswochenende im eigenen Feuerwehrhaus. Das Wochenende diente als gemeinsamer Praxisabschluss und bot den Jugendlichen die Möglichkeit, das in den vergangenen Monaten erlernte Wissen in verschiedenen praktischen Übungen anzuwenden und zu festigen.
Der Startschuss fiel am Samstagvormittag um 11:00 Uhr mit einem gemeinsamen Antreten. Nach der Begrüßung wurden der Tagesablauf besprochen, die Anwesenheit überprüft und die Positionen auf den Fahrzeugen bekannt gegeben. Zwei langjährige Mitglieder, die im kommenden Jahr in die Einsatzabteilung übertreten, übernahmen dabei die Funktionen als Gruppenführer. Anschließend erfolgte die Fahrzeugübernahme mit Kontrolle der Einsatzbereitschaft.
Bereits kurz darauf stand die erste Übung auf dem Plan. Unter dem Stichwort H 1 galt es, ein feststeckendes Entenküken aus einer Dachrinne zu befreien. Mithilfe einer Steckleiter gelang die Rettung schnell, und das Tier konnte anschließend wieder an seinem gewohnten Ort – dem „Ententeich“ im Gowischer Park – ausgesetzt werden.


Nach der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft stärkten sich alle bei Bockwurst und Kartoffelsalat, bevor die nächste Übung folgte. Eine ausgelöste BMA in einem Wohngebäude hatte die JF auf den Plan gerufen. Bereits bei der Anfahrt wies die blinkende Signalleuchte der BMZ auf den Alarm hin. Bei der Erkundung stellte sich heraus, dass ein Entstehungsbrand an einem Holzschuppen die Ursache war. Dieser wurde unter Vornahme eines C-Rohres schnell gelöscht. Die Besatzung des MZF sorgte parallel über eine rund 120 Meter lange Förderleitung vom nächstgelegenen Hydranten für eine unabhängige Wasserversorgung.






Nach einer Kaffeepause mit selbst gebackenem Kuchen folgten zwei kleinere Einsatzübungen sowie eine Stationsausbildung im Feuerwehrhaus. Während die Besatzung des MZF ausgelaufene Betriebsstoffe aus einem defekten Fahrzeug aufnahm, musste das LF-Team mehrere umgestürzte Bäume von einem Weg entfernen. Im Feuerwehrhaus selbst wurden an mehreren Stationen die Themen Fahrzeugkunde, Patientenrettung sowie Schläuche und Armaturen behandelt. Am Nachmittag stand dann Spiel und Spaß auf dem Programm: In mehreren Runden Wikingerschach und beim gemeinsamen Bau des „Tower of Power“ waren Teamgeist, Geschick und Kommunikation gefragt.



Kurz vor dem Abendessen folgte eine weitere Einsatzübung mit dem Stichwort H_2_Y – ausgelöster E-Call ohne Sprechkontakt. Diese stellte sich letztlich als Fehlalarm heraus, bot aber eine gute Gelegenheit, das Vorgehen bei der Erkundung und Entscheidungsfindung zu trainieren. Währenddessen wurde bereits das Abendessen vorbereitet – Leberkäse mit Krautsalat, der mit großem Appetit verzehrt wurde.
Zum Abschluss des Tages stand eine groß angelegte Suchübung an. Eine Wanderin wurde im Bereich des Steinbruchs vermisst. Nach einer zunächst erfolglosen Suche entlang der Hauptwege wurden mehrere Suchtrupps gebildet, die schließlich am Panoramablick fündig wurden. Die verletzte Person wurde erstversorgt und anschließend mithilfe einer Rolltrage zurück zu den Fahrzeugen gebracht. Nach diesem letzten Einsatz wurde im Feuerwehrhaus die Nachtruhe eingeläutet – der Schulungsraum diente dabei als gemütlicher Ruheraum.



Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, bevor die Abschlussübung auf dem Programm stand. Angenommen wurde ein PKW-Brand am Sportplatz, der sich beim Eintreffen bereits auf ein angrenzendes Gebäude ausgebreitet hatte. Durch den Aufbau einer unabhängigen Wasserversorgung und den Einsatz von zwei C-Rohren sowie einem Mittelschaumrohr konnten die Jugendlichen das Szenario souverän bewältigen.



Zum Abschluss des Wochenendes wurden im Feuerwehrhaus die Fahrzeuge gereinigt, die Ausrüstung aufgerüstet und gemeinsam aufgeräumt. Nach der Nachbesprechung verabschiedeten sich alle in den wohlverdienten Restsonntag – mit vielen spannenden Eindrücken, neuen Erfahrungen und jeder Menge Teamgeist im Gepäck.


