11.04.2019 - „Küchenbrand“ in der Schlesier Straße"

Am gestrigen Abend wurden wir durch die Leitstelle Goslar zu einem gemeldeten Wohnungsbrand alarmiert. Ein Anrufer meldete eine sehr starke Verrauchung in der Wohnung zweier von ihm betreuten männlichen Personen. Kurz darauf traf der Einsatzleiter an der Einsatzstelle ein.

Dem glücklichen Umstand geschuldet, dass eine Gruppe an diesem Abend ihren „normalen“ Gruppendienst hatte, waren die Ausrückezeiten sehr kurz. Während der Erkundung wurde dem Einsatzleiter durch den Betreuer mittgeteilt, dass seine beiden „Schützlinge“ mit ziemlicher Sicherheit noch in der Wohnung seien, da sie diese ohnehin nur selten verlassen würden. Das anfahrende LF20 bekam bereits über Funk die Dringlichkeit der Menschenrettung mitgeteilt. So rüsteten sich bereits auf der Anfahrt zwei Trupps mit Atemschutz aus. Vor Ort wurden diese in die Lage eingewiesen.

Da die Rauchentwicklung im inneren der  Wohnung immens war, entschied sich der Gruppenführer des ersten Fahrzeuges dazu, beide Trupps parallel zur Menschenrettung in die Wohnung zu schicken. Die Sicherheitstrupps wurden durch die Mannschaft des kurze Zeit später eintreffenden HLF gestellt. Nachdem der mobile Rauchverschluss in der Wohnungstür angebracht war, begaben sich die Trupps in die Wohnung und begannen mit der Personensuche. Bereits nach kurzer Zeit wurde die Brandursache entdeckt. Pizzen die im Ofen vergessen wurden erzeugten eine blickdichte Atmosphäre in der Wohnung. Das diese Pizzen mitsamt der Verpackung im Backofen lagen war der Rauchentwicklung zusätzlich dienlich.

Das Feuer wurde quasi im vorbeigehen gelöscht und die Personensuche weitergeführt. Kurz darauf wurde der erste Bewohner liegend in einem Nebenraum der Küche gefunden, mit einer Fluchthaube versehen ins Freie gebracht und dort dem Rettungsdienst übergeben. Der zweite Trupp fand währenddessen die zweite vermisste Person. Diese hatte sich in einen Nebenraum geflüchtet und geistesgegenwärtig die Tür hinter sich verschlossen. So konnte in diesem Raum die Rauchausbreitung deutlich vermindert werden. Auch dieser Bewohner wurde ins Freie gebracht und ebenfalls vom Rettungsdienst untersucht. Die Atemschutztrupps konnten nach der Kontrolle der Räumlichkeiten und Feststellung „Feuer aus“ die Wohnung verlassen.

Umfassende Belüftungsarbeiten sorgten dafür, dass die Wohnung nach ein paar Minuten wieder ohne Atemschutz begehbar war. Hier gab dann der Gruppenführer der zweiten Gruppe dann auch das Übungsende bekannt. Dieses Szenario wurde durch ihn vorbereitet.

Die Gesellschaft „Hanseatic Wohnen" stellte uns die Wohnung als Übungsobjekt zur Verfügung. Dieses Angebot konnten wir in der Vergangenheit bereits des Öfteren nutzen. Da diese Wohnungen nicht mehr bewohnt und  kurz vor der Renovierung stehen, sind die Übungsbedingungen teilweise recht realistisch. An dieser Stelle herzlichen Dank für diese Möglichkeit an die Wohnungsbesitzer. Nachdem alle Gerätschaften und Einsatzmittel wieder auf den Fahrzeugen verlastet waren, rückte der Löschzug wieder ein. Nach herstellen der Einsatzbereitschaft gab es noch eine kleine Nachbesprechung und dieser Dienstabend klang in harmonischer Runde bei frisch gegrilltem aus.