Einsätze 2019

19.06.2019 - Dachstuhlbrand nach Blitzeinschlag in Wolfshagen

Während eines schweren Gewitters am Mittwochabend schlug ein Blitz in den Dachstuhl eines Wohnhauses in Wolfshagen im Harz ein.

Es wurde niemand verletzt. 4 Feuerwehren aus dem Stadtgebiet Langelsheim und ein Löschzug von der Feuerwehr Goslar waren an den Löscharbeiten beteiligt.

20:50 Uhr am Mittwoch Abend. Der Himmel wurde durch die Blitze im heranziehenden Gewitter immer wieder hell erleuchtet. Das dauernde Donnergrollen wurde unterbrochen von einem heftigen Schlag. Kurz danach, um 20:50 Uhr, wurden die Feuerwehren Wolfshagen im Harz und Langelsheim gleichzeitig durch die Goslarer Leitstelle alarmiert. Kurze Zeit später rückte der Löschzug Langelsheim in Richtung Wolfshagen aus. Auf der Anfahrt wurde die Besatzung darüber informiert, dass es mittlerweile zahlreiche Notrufe gegeben hatte. Dichter Rauch aus dem Dachbereich eines Doppelhauses ließ die Anwohner den Notruf wählen. An der Einsatzstelle angekommen waren die Kameraden aus Wolfshagen bereits bei der Erkundung. Diese ergab in der linken Doppelhaushälfte eine sehr hohe Hitzeentwicklung im Dachgeschoss. Der stellvertretende Stadtbrandmeister übernahm sodann die Einsatzleitung und bildete die ersten Abschnitte. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Wolfshagen übernahm den Abschnitt Brandbekämpfung. Hierzu ging unterstützend unser Teleskopgelenkmast direkt vor der betroffenen Dachfläche in Stellung. Zwischenzeitlich wallte der Rauch in stärker werdender Intensität unter den Ziegeln hervor, teilweise pulsierend im Bereich des Schornsteines.

Da ein Innenangriff aufgrund unzureichender Zugänglichkeit zum Brandherd nicht sehr erfolgversprechend war, begann die Besatzung des TLK-Korbes damit, die Dachziegel aufzunehmen, um von außen an den Brandherd zu gelangen. Parallel dazu übernahm der Zugführer 1 unserer Feuerwehr den Abschnitt Wasserversorgung. Hierzu wurde ein Unterflurhydrant im Bereich des Wolfshäger Feuerwehrhauses als erstes eingerichtet. Das Langelsheimer HLF 16 speiste seinen Tank über diese Leitung und versorgte damit über das vor dem Brandherd stehende LF 20 unseren TLK. Eine weitere Wasserentnahmestelle wurde in der Gildestraße am Borbergsbach aufgebaut. Von hier förderte das Langelsheimer LF 8 über rund 300 Meter das Wasser bis zur Einsatzstelle. Zwischenzeitlich wurden von außen erste Flammenbildungen im Dachbereich sichtbar. Kurz darauf brach das Feuer dann auch stellenweise durch die Dachhaut. Da sich das Feuer im Holzgerüst der Dachkonstruktion weiter ausbreitete, entschied sich der Einsatzleiter dazu, einen Löschzug der FF Goslar anzufordern. Die Drehleiter der Goslarer Kameraden sollte die rechte Doppelhaushälfte vor einer Brandausbreitung bewahren. Die Gebäude selbst waren durch eine Brandwand voneinander getrennt. Der durchlaufende Firstbalken und die gesamte Holzkonstruktion jedoch begünstigten die Ausbreitung im Dach. 

 

   

 

Ein erfolgversprechender Innenangriff war auch zu diesem Zeitpunkt nicht effektiv. Teilweise konnte die Brandstelle aufgrund abgesenkter Holzbauteile nicht erreicht werden. So wurde der Löscheinsatz auf den Außenbereich beschränkt. Zusätzlich befreiten wir mit Hochleistungslüftern das nicht betroffene Haus von eindringendem Rauch. Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurden die Feuerwehren der Bergstadt Lautenthal und Bredelem hinzu alarmiert. Zusätzlich wurde in Langelsheim Sirenenalarm gegeben. Es wurden weitere Kräfte als Atemschutzgeräteträger benötigt. Die Rauchentwicklung war zeitweise immens. Auch der Wechsellader Atemschutz der FTZ Goslar wurde  zur Einsatzstelle beordert. Gegen Mitternacht war das Feuer dann soweit unter Kontrolle, dass die ersten Kräfte aus dem Einsatz herausgelöst werden konnten. Die Goslarer Feuerwehr konnte nach erfolgreicher Arbeit wieder in den Standort einrücken. An dieser Stelle herzlichen Dank an die FF Goslar für die wiedereinmal sehr gute Zusammenarbeit.

   

Um sämtliche Glutnester im nicht mehr zugänglichen Bereich abzulöschen, wurde abschließend der Dachbereich eingeschäumt. Dieses brachte dann auch den endgültigen Erfolg. Es konnte gegen 01:30 Uhr Feuer aus gemeldet werden. Die Brandstelle wurde an die zwischenzeitlich wieder vor Ort befindliche Kriminalpolizei übergeben. Die Bewohner konnten bei Nachbarn untergebracht werden. Verletzte Personen gab es während des Einsatzes glücklicherweise keine zu beklagen. Somit blieb der vor Ort anwesende Rettungsdienst ohne Einsatzauftrag und konnte dann auch vom Einsatz entlassen werden. Das Personal der Bergwacht Langelsheim und des DRK Wolfshagen im Harz blieb zur Eigensicherung der Wolfshäger Kameraden noch vor Ort. Die Einsatzstelle wurde durch die Ortsfeuerwehr noch weiter beobachtet. Im Falle eines Wiederaufflammens von übrig gebliebenen Glutnestern hätten diese schnellstmöglich abgelöscht werden können. Auch der Löschzug Langelsheim rückte wieder in den Standort ein. Zuvor waren jedoch noch sämtliche Schlauchleitungen aufzunehmen. Im Feuerwehrhaus wurden dann die Fahrzeuge und Gerätschaften wieder einsatzbereit gemacht. Gegen 03:30 Uhr waren dann auch die letzten Einsatzkräfte zuhause. Ein nicht ganz einfacher Einsatz, der aber zumindest teilweise erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Das durch den Blitzschlag betroffene Haus konnte vor einer großflächigen Zerstörung nicht bewahrt werden. Ein Übergreifen auf die angrenzende Doppelhaushälfte wurde jedoch erfolgreich verhindert. Hier können die Bewohner sicherlich recht schnell wieder einziehen. Die Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte funktionierte reibungslos. Auch die Mitarbeiter des Bauhofes waren schnell zu Stelle, um Absperrmaßnahmen mittels Sperrbaken vorzunehmen.

    

  

Einsatzzeit Feuerwehr Langelsheim: 20:50 - 03:30 Uhr

  • Eingesetzte Kräfte: Feuerwehr Langelsheim - 52 Kräfte mit ELW 1, LF 20, TLK 23/12, HLF 16, LF 8 , GWLog1 und MTW
  • Feuerwehr Wolfshagen im Harz
  • Feuerwehr Bredelem
  • Feuerwehr Bergstadt Lautenthal
  • Feuerwehr Goslar
  • Regelrettungsdienst KWB Goslar
  • Kreisbrandmeister
  • Polizei
  • Bergwacht Langelsheim
  • DRK Wolfshagen im Harz
  • FTZ
  • Untere Wasserbehörde
  • Bürgermeister Stadt Langelsheim und Ordnungsamtsleiter
  • Insgesamt 148 Einsatzkräfte mit 30 Fahrzeugen und 54 Atemschutzgeräteträgern