Einsätze 2019

10.05.2019 - Großbrand bei Fa. Exner-Geiger

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ereignete sich aus bisher unbekannten Gründen ein Schadenfeuer auf dem Gelände der Fa. Exner-Geiger Technology GmbH & Co. KG in der Langelsheimer Bahnhofstraße. Um 02:24 wurde die Feuerwehr Langelsheim zur ausgelösten Brandmeldeanlage des Verwertungs- und Entsorgungsbetriebes alarmiert. Letztendlich resultierte daraus dann ein Großbrand, bei dem keine Verletzten zu beklagen waren, 130 Personen eingesetzt wurden und eine noch nicht genau bezifferbare Schadenhöhe im mind. sechsstelligen Bereich entstanden ist.

Als der Einsatzleitwagen und das erste Fahrzeug des Löschzuges auf dem Betriebsgelände eintrafen war schon eine deutliche Luftkontamination zu spüren. Die zur dortigen Nachtschicht gehörenden Betriebsmitarbeiter empfingen uns und verwiesen auf eine Brandentwicklung in einer an der südlichen Betriebsgrenze gelegenen Lagerhalle. Nach der Ersterkundung durch den Einsatzleiter und einen Zugführer wurde sofort umfangreich nachalarmiert. Die Bekämpfung des offenes Feuer in der ca. 90 x 25 m großen Halle, die aus Stahlstützen und gedämmten Stahltrapezblechen besteht, benötigte für einen Löscherfolg weitere Einsatzkräfte. In Langelsheim liefen deshalb die Sirenen und sukzessive wurden die anderen 4 Ortsfeuerwehren aus dem Stadtgebiet (Astfeld, Bredelem, Bergstadt Lautenthal und Wolfshagen im Harz) hinzualarmiert. Wie sich später herausstellte brannten ca. 200 m³ aufgehäufter Restmüll in einer Hallenecke lichterloh. Ein sich in direkter Nähe befindliches hohes Hallentor war bis zum Aufbau der erforderlichen Löschwasserversorgung durchgebrannt und auch die Hallenwände sowie die Deckenkonstruktion wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Ein erster Innenangriff musste wegen der sehr starken Hitzeentwicklung wieder abgebrochen werden. Ein verschmolzenes Manometer von einem Atemschutz-Lungenautomaten zeigt das deutlich! In diesem "Einsatzabschnitt 1" wurden die Feuerwehren Langelsheim und Wolfshagen im Harz eingesetzt.

Um auch die nördliche Hallenseite, an der eine neue Filteranlage existiert, zu schützen, wurde ein Löschzug der Schwerpunktfeuerwehr Goslar nachgefordert. Diese Kräfte wurden im "Einsatzabschnitt 2" autark eingesetzt und kümmerten sich um den Schutz dieses Hallenbereiches. Ihre Löschwasserversorgung stellten sie über eine Förderleitung vom betriebseigenen Löschwasserteich sicher.

Der "Einsatzabschnitt 3" war für die Löschwasserförderung verantwortlich. Letztendlich wurden eine Leitung von einem Hydranten an der Bahnhofstraße und zusätzlich zur Goslarer Versorgung zwei weitere Leitungen für den Einsatzabschnitt 1 vom Löschwasserteich über mehrere hundert Meter durch unseren Gerätewagen Logistik gelegt. Hier waren hauptsächlich die Ortsfeuerwehren Bredelem und Astfeld zusammen mit Langelsheimer Kräften eingesetzt.

Ein Bereitstellungsraum inkl. Atemschutzsammelstelle wurde im Bereich der Hauptverwaltung aufgebaut. In diesem "Einsatzabschnitt 4" sammelten sich die Atemschutzgeräteträger (AGT) und konnten von dort nach Bedarf abgerufen werden. Hier wurden neben Kräften der Feuerwehr Langelsheim auch die Feuerwehr der Bergstadt Lautenthal und weitere AGT der anderen Ortsfeuerwehren konzentriert. Auch die durch die Betriebsleitung initiierte Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Essen wurde hier organisiert und ausgeteilt.

Da die Rauchentwicklung überhaupt noch nicht nachließ und sich in nordöstliche Richtung ins Ortsgebiet ausdehnte, wurden im weiteren Einsatzverlauf noch die Messleitung der Kreisfeuerwehr und drei Messfeuerwehren alarmiert. Sie erhielten in ihrem "Einsatzabschnitt 5" den Auftrag, sowohl die Luftkontamination zu messen als auch Wasserproben aus der Innerste zu nehmen. Es wurden aber keine besorgniserregenden Messwerte festgestellt. Hier wurde auch mit einem Mitarbeiter der "Unteren Wasserbehörde", der sich vor Ort ein Schadenbild machte, zusammengearbeitet. Kreisbrandmeister Uwe Fricke war ebenfalls nach Langelsheim geeilt und unterstützte über Stunden die Einsatzleitung.

Während der Haupteinsatzdauer musste die Bahnhofstraße von der Wolfshagener Straße bis zur Heubachstraße für den Durchgangsverkehr durch die Polizei und Feuerwehr komplett gesperrt werden. Seit 2:45 Uhr wurden bis gegen 7 Uhr auch Rundfunkdurchsagen mit dem Hinweis, in Langelsheim Fenster und Türen geschlossen zu halten, durch die Polizei veranlasst.

Es dauerte letztendlich bis in den Vormittag hinein, das Brandgut durch normal oder gewaltsam geöffnete Hallentore mit betriebseigenen Radladern nach draußen ins Freie zu bringen. Hier wurde der Müll auseinandergezogen und aufwendig mit dem Löschwasser beigegebenem Netzmittel abgelöscht. Um auch die letzten Brandnester im Dachbereich ablöschen zu können wurde abschließend der Teleskopgelenkmast in die betroffene Halle gefahren und die Dachhaut wurde an der Unterseite geöffnet. Erst gegen 11 Uhr konnte auch das letzte Feuerwehrfahrzeug die Einsatzstelle wieder verlassen.

Es bleibt festzustellen, dass es keine verletzten Personen gibt. Hierum hätte sich ansonsten der Rettungsdienst und die Bereitschaft des DRK Langelsheim gekümmert. Die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte hat hervorragend geklappt. Dafür unseren herzlichen Dank! Auch die Absprachen mit der Geschäftsführung der Firma muss hier sehr lobend erwähnt werden. Vielen Dank für die gute Organisation der Verpflegung.

Die Reinigung und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft von Technik und persönlicher Schutzkleidung hat aber im Anschluss noch viel Zeit in Anspruch genommen. Defekte Gerätschaften mussten gereinigt oder repariert bzw. ersetzt werden, kontaminierte persönliche Schutzkleidung geht zur Reinigung und saubere Kleidung musste verteilt werden.

Einsatzzeit Feuerwehr Langelsheim von 02:24 - 14:30 Uhr

eingesetzte Kräfte:

  • Feuerwehr Langelsheim: 50 Personen mit ELW 1, LF 20, TLK 23-12, HLF 16, LF 8, GW-L 1, MTW und Bereitschaft im Feuerwehrhaus
  • Feuerwehr Astfeld: LF 10, RW 1
  • Feuerwehr Bredelem: TSF-W, MTW, Dekon-P
  • Feuerwehr Lautenthal: TLF 2000, LF 8
  • Feuerwehr Wolfshagen: TLF 8-18, LF 10, MZF
  • Feuerwehr Goslar: ELW 1, TLF 24-50, DLAK 23-12, LF 10, LF 20
  • Messkomponente mit Feuerwehren: Bad Harzburg, Bornhausen, Buntenbock, Herrhausen, Oker
  • FTZ Goslar: Schlauchwechselwagen, WAB Atemschutz
  • Kreisbrandmeister
  • Rettungsdienst: RTW, NEF, zeitweise LNA
  • Polizei und Kriminalpolizei
  • Betriebsangehörige Fa. Exner-Geiger
  • Vertreter Stadt Langelsheim