Einsätze 2018

08.10.2018 - Zwei Verletzte bei Gefahrguteinsatz in Bredelem

Genau um 8 Uhr am Montagmorgen wurden die Feuerwehr Bredelem und die Gefahrgutgruppe der Feuerwehr Langelsheim mit dem Stichwort "Gefahrguteinsatz klein" zusammen mit dem Rettungsdienst Goslar und der Polizei nach Bredelem in die Straße "Am Kreuze" alarmiert. Dort hatten ein Bauarbeiter und der Grundstückseigentümer bei Tiefbauarbeiten in einem Schlachthaus einer ehemaligen Schlachterei eine sich unter der Betonbodenplatte befindliche ca. 0,75 l große Glasflasche unbeabsichtigt zerstört. Anschließend verbrachten sie die Flasche in den Außenbereich auf den Hinterhof. Durch die ausgetretenen Dämpfen erlitten die beiden Personen aber kleine bis mittlere gesundheitliche Einschränkungen. Sie klagten u. a. über Übelkeit und Schwindel, so dass der Rettungsdienst die Männer zur weiteren Untersuchung mit in ein Krankenhaus genommen hat. Inzwischen wurden beide schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Die Feuerwehr ging sehr vorsichtig mit der vorgefundenen Situation um. Es wurde weiträumig abgesperrt und die anliegenden Nachbarn wurden gewarnt. In Chemikalienschutzanzügen (CSA) erkundeten Atemschutztrupps die Örtlichkeiten und nahmen vielfältige Messuntersuchungen des Bodens und der Luft vor. Unterstützt wurden sie dabei von hinzualarmierten Fachkräften. Die Messleitung, der Fachberater "CBRN" (für chemische, biologische, radiologische und nukleare Stoffe) und Technik der Feuerwehr-Technischen-Zentrale der Kreisfeuerwehr fanden den Weg nach Bredelem. Die Erdhügel im Außenbereich mitsamt der Flasche wurden großzügig mit Folie abgedeckt und damit erst einmal gesichert.

Die genommenen Proben wurden mit einem Kurierfahrzeug zu einem Labor der Berufsfeuerwehr Hannover gebracht und dort untersucht. Im Ergebnis wurde am Nachmittag zweifelsfrei neben anderen Stoffen auch "Schwefelkohlenstoff" als Inhalt der Flasche diagnostiziert. Ein Stoff, der auch bei Pflanzenschutzmitteln wie z. B. "E 605" Verwendung fand. Da auf der gebrochenen Flasche aber keine Angaben sichtbar waren, geschweige denn das Herstellerjahr zu erkennen war, kann auch bis jetzt noch kein Rückschluss auf das Alter der Flüssigkeit getroffen werden! Der Mensch nimmt Schwefelkohlenstoff bzw. Kohlenstoffdisulfid über die Atemwege bzw. in geringen Mengen auch über die Haut auf und es kann zu Vergiftungserscheinungen kommen. Nach diesen Erkenntnissen und der Tatsache, dass die Luftmessungen keine weiteren Gefährdungen erkennen ließen, wurde der gesperrte Straßenbereich wieder für den Verkehr freigegeben und das betroffene Grundstück an den Eigentümer wieder übergeben. Letztendlich hat der Einsatz inkl. der Wiederaufrüstung der Fahrzeuge insgesamt über 8 Stunden angedauert.

Auch wenn das vermeintliche Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst bei Außenstehenden vielleicht für Unverständnis gesorgt hat. Die Verantwortlichen der Feuerwehr haben die lange Zeit nicht abschätzbare Gefährdung mit der gebotenen Vorsicht betrachtet und dafür eine Einsatzstärke alarmiert, die so gering wie möglich und so qualifiziert wie nötig war.

Einsatzzeit von 08:00 - 16:00 Uhr

eingesetzte Kräfte:

  • Feuerwehr Langelsheim: 26 Personen mit ELW 1, HLF 16, LF 8, LF 20, MTW
  • Feuerwehr Bredelem: TSF-W, MTW
  • Messleitung Kreisfeuerwehr: MTW's der Feuerwehren Bornhausen, Bad Harzburg, Buntenbock
  • Fachberater CBRN: Pkw BF Braunschweig
  • FTZ Goslar: Wechselladerfahrzeug, MTW
  • Stadtbrandmeister
  • Kreisbrandmeister
  • Rettungsdienst: NEF, 3 RTW
  • Stadt Langelsheim
  • Landkreis Goslar

 

 

 

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