Besondere Einsätze

25.07.2013 - Goslar, Petersilienstraße: Nachbarliche Löschhilfe zu einem Gebäudefeuer in der Altstadt.

 

Großfeuer in Goslarer Altstadt fordert 1 Todesopfer

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde die Feuerwehr Goslar um 00:57 Uhr zu einem ausgedehnten Gebäudefeuer in die Altstadt alarmiert. Schon vor dem ersten Ausrücken der Goslarer Fahrzeuge wurde aufgrund der in der Einsatzleitstelle eingehenden Notrufe Sirenenalarm für die Kernstadt Goslar ausgelöst. Auch erste Nachalarmierungen für die Feuerwehr Oker und einen Löschzug aus Langelsheim erfolgten umgehend.

In der Petersilienstraße hatte sich in einem dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshaus in Fachwerkbauweise ein weithin sichtbarer Großbrand entwickelt, der auf direkt angrenzende Wohn- und Geschäftshäuser überzugreifen drohte. In dem Gebäude ist im Erdgeschoss die "Sparda-Bank" untergebracht, die beiden Ober- und das Dachgeschoss wurden zu Wohnzwecken genutzt. Nach Eintreffen der ersten Kräfte wurden aufgrund der Lage sofort die anderen Goslarer Ortsfeuerwehren Hahndorf und Jerstedt und ein Löschzug aus Bad Harzburg angefordert. Im weiteren Einsatzverlauf wurden noch die Feuerwehren Immenrode, Bredelem, Wiedelah, Dörnten, Vienenburg und Harlingerode sowie die FTZ Goslar mit dem Wechsellader Atemschutz und dem ELW 2 alarmiert. Die Feuerwehr Hahnenklee-Bockswiese besetzte die Feuerwache Goslar zur Sicherstellung des Brandschutzes in der Stadt Goslar.

Als der Langelsheimer Löschzug in die Astfelder Straße in Goslar einbog, war schon der glutrote Himmel deutlich erkennbar. Wir wurden auf der Gebäuderückseite von der Straße "Freudenplan" aus auf dem Hinterhof-Parkplatz der Fa. Woolworth eingesetzt. Zusammen mit Kräften der Feuerwehr Oker, die schon eine erste Wasserförderung für uns aufgebaut hatten, ging der Teleskopgelenkmast (TLK) umgehend in Stellung und begann mit den Löscharbeiten. Das Feuer war schon komplett durch den Dachstuhl durchgebrannt und füllte auch die beiden oberen Etagen aus. Weitere Unterstützung erhielten wir in unserem Abschnitt, der vom Goslarer Zugführer Michael Gerbert geleitet wurde, von den Wehren aus Immenrode und Dörnten. Insgesamt drei Wasserförderleitungen aus Hydranten von der Mauerstraße bzw. dem Freudenplan sorgten hier für ausreichend Löschwasser. Neben dem TLK-Löscheinsatz wurde von außen auch über mehrere Strahlrohre das um sich greifende Feuer bekämpft. Das von unserer Seite aus links angrenzende massiv gebaute Gebäude wurde durch Atemschutztrupps in allen Etagen und auch auf dem Flachdach andauernd kontrolliert und war mit einer Brandwand letztendlich ausreichend geschützt. Hier entstand nur geringer Wasserschaden in einer der oberen Wohnungen. Die Möblierung wurde dazu so gut wie möglich von Feuerwehrkräften mit Baufolien abgedeckt.

 

      

 

Auf der Petersilienstraße war neben der Feuerwehr Goslar auch die Feuerwehr Bad Harzburg in Stellung gegangen. Sie wurden von den Wehren aus Jerstedt, Hahndorf, Bredelem und Wiedelah unterstützt. Die Vienenburger legten von der Abzucht zwei Wasserförderleitungen quer durch die Goslarer Altstadt. Ein Löscherfolg konnte über die von mehreren Seiten vorgetragenen Innen- und Außenangriffe und die drei Hubrettungsfahrzeuge dann langsam erzielt werden. Gegen 4 Uhr nahm dann laut dem Einsatzleiter, Goslars Stadtbrandmeister Burkhard Siebert, die Brisanz der Gefahr etwas ab. Verletzte waren bisher nicht zu beklagen, allerdings galt noch ein älterer Bewohner aus dem Brandhaus als vermisst.

Gegen 5 Uhr wurde damit begonnen, die ausgebrannten Wohnungen und den Dachstuhl von außen mit Schaum einzudecken, um einen anhaltenden Lösch- und Kühlerfolg zu erzielen.


      


Ab 6 Uhr konnten erste Kräfte wieder aus dem Einsatz herausgelöst werden. Von der Feuerwehr Langelsheim verblieben noch der ELW, das LF 8 und der TLK an der Einsatzstelle. Es schlossen sich umfangreiche Nachlöscharbeiten an. Fassaden-, Dach- und Dachgaubenbereiche mussten von außen geöffnet werden, um an die Brandnester zu kommen. Die drei verbliebenen Langelsheimer Fahrzeuge konnten dann nach 4 weiteren Stunden einrücken. Die Wiederherstellung der kompletten Einsatzbereitschaft in Langelsheim dauerte bis 12 Uhr.


      

Um die vielen Brandnester auch von innen aufspüren zu können, war weiterhin ein umfangreicher und zeitraubender Atemschutzeinsatz erforderlich, der bis mindestens in den Abend hineinreicht. Dafür wurden im weiteren Tagesverlauf noch die Feuerwehren Bündheim, Westerode, Lutter, Othfresen, Ostharingen, Harlingerode und Lautenthal alarmiert, um die ausgelaugten Goslarer Kräfte zu unterstützen.

Der Rettungsdienst und das DRK kümmerten sich mit einem Großaufgebot um die Bewohner der betroffenen Wohnungen und die Einsatzkräfte. Die Polizei sperrte den Innenstadtbereich großräumig ab. Versorgungsbetriebe schalteten die Gas- und Stromzufuhr der geschädigten Gebäude ab. Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky war ebenfalls vor Ort und unterstützte die Einsatzleitung.

Nach ersten vorsichtigen Schätzungen beträgt die Schadenshöhe mindestens 500.000,- €. Eine ausreichende Versorgung mit Getränken und belegten Brötchen war über die Feuerwehr Goslar geregelt. Die Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte kann von unserer Seite nur als hervorragend und gut eingespielt bezeichnet werden.

Am Freitag Mittag wurde dann durch einen Leichenspürhund der Kriminalpolizei der Leichnam des vermissten 63 jährigen Mannes im ausgebrannten Obergeschoss entdeckt und konnte geborgen werden. Die Staatsanwaltschaft geht inzwischen von "Brandstiftung mit Todesfolge" aus.

 

 

 

Einsatzdauer Feuerwehr Langelsheim von 01:05 bis 12:00 Uhr

Eingesetzte Kräfte:

- FF Langelsheim: 30 Einsatzkräfte mit ELW 1, LF 20, TLK 23-12, LF 8, GW-L1
- FF Goslar: ELW 1, 2 KdoW, TLF 16-25, TLF 24-50, DLK 23-12, LF 20-16,

   LF 16-12, LF 10, RW 2, MTW,
- FF Hahndorf: TLF 16-24, LF 8, MTW
- FF Hahnenklee: TLF 8-W, DLK 23-12, HLF 10-6, MTW
- FF Jerstedt: TLF 16-24, LF 10, MTW
- FF Oker: HLF 10, TLF 16-25, LF 8-6, MTW
- FF Bredelem: TSF-W, MTW
- FF Lautenthal: LF 8
- FF Vienenburg: ELW 1, LF 16-12, TLF 24-48, SW 2000 (FTZ)
- FF Immenrode: TLF 8-18, LF 8
- FF Wiedelah: LF 8
- FF Dörnten: LF 8, ELW 1
- FF Othfresen: LF 8
- FF Bad Harzburg: ELW 1, TLF 16-25, DLK 23-12, LF 10
- FF Bündheim: LF 10, MTW
- FF Harlingerode: LF 20, MTW
- FF Westerode: LF 8-6, MTW
- FF Lutter: TLF 16-25, LF 8, MTW
- Kreisbrandmeister: KdoW
- Rettungsdienst:
- DRK:
- Polizei:
- Versorgungsbetriebe:
- Stadtverwaltung Goslar:

 

Bilder: Carolin Ölmann, Bericht: hö