Besondere Einsätze

26.03.2010 - Bahnhof: Zwei Eisenbahn-Kesselwagen entgleist.

 

Gefahrgutunfall in Langelsheimer Bahnhof

Am Freitag, dem 26.03.2010, gegen 07:50Uhr wurde die Feuerwehr Langelsheim zu einem Gefahrgutunfall auf das Gelände des Langelsheimer Bahnhofs alarmiert. Gleichzeitig wurden auch die Gefahrgutgruppe Goslar, der WAB-Gefahrgut und WAB-Atemschutz der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Goslar (Info) angefordert.
Kurz vor dem Langelsheimer Bahnhof war ein Güterzug mit drei Bahnkesselwagen verunglückt. Offensichtlich kam es beim Rangieren dazu, dass einer der Kesselwagen umstürzte. Ein weiterer war aus den Gleisen gesprungen und stand mit einer Achse im Gleisbett.

   

Nach erster Lageerkundung wurden die Gefahrgutgruppe Seesen und die Werkfeuerwehr Chemetall zur Unterstützung alarmiert.
Schnell konnte ermittelt werden, dass der umgekippte Kesselwagen leer war. Es konnten sich nur einige Reste eines Gefahrstoffes im Kesselwagen befinden. Ein leichtes Austreten einer Flüssigkeit wurde festgestellt. Der zweite, entgleiste Waggon, war mit einem brennbaren Flüssiggas befüllt. Es trat kein Stoff aus. Der dritte Waggon stand immer noch auf den Schienen. Dieser war gefüllt mit einer ätzenden Flüssigkeit und nicht beschädigt.
Zunächst wurde die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt. Eine zentrale Vorbereitungszone für den Gefahrguteinsatz wurde eingerichtet. Es wurden Löschangriffe zur Sicherung der Waggons von beiden Seiten der Gleise vorbereitet.
Die langsam austretenden Tropfen des ersten umgekippten Kesselwagens wurden in Kunststoffwannen aufgefangen. Da dieser Kesselwagen offensichtlich nicht beschädigt war, geht die Feuerwehr davon aus, dass es sich bei der austretenden Flüssigkeit um Reste von Kondenswasser aus dem Zwischenmantel handelte.
Um festzustellen, ob der mit Flüssiggas beladene Kesselwagen dicht war, wurden über die gesamte Einsatzdauer Messungen durchgeführt. Zu keinem Zeitpunkt ist etwas ausgetreten.
In der Zwischenzeit war auch der ELW 2 an die Einsatzstelle gerufen worden um dort die technische Einsatzleitung zu bilden.
Weitere unterstützende Kräfte von Bahn, Bahnpolizei, Rettungsdienst, Rotem Kreuz und Polizei trafen sehr schnell an der Einsatzstelle ein.
Nachdem die Einsatzstelle zunächst gesichert war und feststand, dass weitere Gefahrgutkräfte nicht mehr benötigt werden, wurden die Feuerwehren Goslar und Seesen wieder in Ihre Standorte entlassen.

   

Zur Bergung der beiden verunglückten Waggons wurde vom Bahnmanager ein Rettungszug angefordert. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren blieben zur Sicherung der Einsatzstelle und der Bergungsarbeiten vor Ort.
Alle Sperrungen und Evakuierungen wurde zwischenzeitlich wieder aufgehoben, bis klar war wie die Bergung ablaufen sollte. Gegen Mittag wurde mit den ersten Bergungsmaßnahmen begonnen.
Der umgekippte Kesselwagen wurde mit einem Kran wieder auf die Schienen gesetzt. Der entgleiste zweite Kesselwagen wurde mittels hydraulischer Hubstempel aufs Gleis gehoben.
Gegen 18:30 stand fest, dass alle drei Kesselwagen soweit fahrtüchtig waren. Alle Einsatzkräfte konnten nun die Einsatzstelle verlassen und wieder einrücken.


Einsatzdauer von 07:49 bis 19:30 Uhr
 
Eingesetzte Kräfte:

    •    Feuerwehr Langelsheim (50 Einsatzkräfte) mit ELW 1, LF 8, TLF 16, LF 16, TLK 23-12, GW-L1, MTW
    •    Feuerwehr Goslar (Gefahrgutgruppe) mit LF 16, TLF 24/50, MTW
    •    Feuerwehr Seesen (Gefahrgutgruppe) mit ELW 1, LF 16, GW-L1
    •    Werkfeuerwehr Chemetall mit ELW1, LF16, GW-U
    •    Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) Goslar mit WAB-Gefahrgut, WAB-Atemschutz, Schlauchwechselwagen
    •    Feuerwehr Harlingerode mit ELW 1, ELW 2 des Landkreises Goslar (FTZ)
    •    Rettungsdienst KWB Goslar mit KTW und NEF
    •    Stadtbrandmeister
    •    Kreisbrandmeister mit Kdow
    •    Bergwacht Langelsheim
    •    DRK-OV Seesen, Lutter (Betreuungsgruppe des 2. Einsatzuges)
    •    DRK-OV Clausthal-Zellerfeld (Zugtrupp + KTW der Sanitätsgruppe des 2. Einsatzzuges
    •    DRK-Kreisleitung einschließlich Fachberater Chemie
    •    Polizei Langelsheim
    •    Landes- und Bundespolizei
    •    Notfallmangement der Deutschen Bahn AG mit Einheitshilfszug (EHZ)

 
Bericht: ue, bw
Fotos: Feuerwehr Langelsheim