Besondere Einsätze

02.06.2009 - Meisterstraße: Großbrand in einem Hinterhofgebäude - 6 Feuerwehren im Einsatz.

 

Erneuter Großbrand in Langelsheimer Innenstadt

 

Am frühen Dienstag Morgen ereignete sich ein Großbrand in der Meisterstraße, der nur mit vereinten Kräften von insgesamt 6 Feuerwehren, der Feuerwehr-Technischen-Zentrale (FTZ) und weiteren Hilfsdiensten erfolgreich bekämpft werden konnte.

Betroffen war hauptsächlich ein Lager- bzw. Werkstattschuppen mit ca. 80 m² Grundfläche. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe zwischen dem Hinterhofeingang der Diskothek "Beat Club", einem Wohn- und Geschäftshaus, einem Wohnhaus und dem leer stehenden ehemaligen "V-Markt"- bzw. "NP-Markt"-Gebäude. 

Bei der Alarmierung der Ortsfeuerwehr Langelsheim von der Einsatzleitstelle um 04.46 über die Funkalarmempfänger konnten einige Feuerwehrleute schon bei sich zu Hause das lautstarke Knistern und Knacken des sich bereits im Vollbrand befindlichen Hinterhofgebäudes wahrnehmen. Daraufhin ließ der Ortsbrandmeister sofort Sirenenalarm für Langelsheim auslösen und forderte einen Löschzug der Feuerwehr Goslar nach.

 

     

 

Wie auf dem oberen Bild sichtbar, wies eine weithin sichtbare Rauchsäule den anrückenden Einsatzkräften den Weg.

 

 

Nach Absprache mit Stadtbrandmeister Ingo Henze, der auch Einsatzleiter war, wurden umgehend noch ein erweiterter Löschzug der Feuerwehr Seesen, die Ortsfeuerwehren Astfeld, Bredelem und Wolfshagen im Harz, sowie im weiteren Verlauf noch die FTZ-Bereitschaft mit dem Atemschutzcontainer und dem Schlauchwechselwagen alarmiert.

Eine sofort eingeleitete Evakuirung der beiden angrenzenden Wohnhäuser konnte erfolgreich durchgeführt werden. Die Bewohner des direkt an der Straße liegenden Wohn- und Geschäftshauses hatte ein zur Feuerwehr eilender Langelsheimer Gruppenführer selbst mit aus dem Gefahrenbereich gebracht. Die Familien aus dem anderen Wohnhaus konnten ebenfalls unverletzt ins Freie gelangen. Beim weiteren kontrollierten Absuchen der Gebäude unter umluftunabhängigem Atemschutz konnten noch 3 Kaninchen lebend gerettet werden.

 

Der Einsatz wurde in 4 Abschnitte eingeteilt.

Im 1. Abschnitt "Brandbekämpfung Meisterstraße" wurden das Langelsheimer Tanklöschfahrzeug (TLF) und der Teleskopmast, das TLF Wolfshagen und der komplette Löschzug Goslar als Riegelstellungen zu den angrenzenden Bebauungen eingesetzt. Die Wohngebäude wurden nochmals abgesucht und aus dem im Brand stehenden Lager konnten schadlos 2 Gasflaschen geborgen werden.

Der 2. Abschnitt "Brandbekämpfung August-Grotehenne-Straße" setzte sich aus dem LF 16-20 aus Langelsheim, dem TLF und der Drehleiter aus Seesen zusammen. Über den Parkplatz der Diskothek, der neben deren Haupteingang liegt, konnte mit Hilfe der Drehleiter ein Übergreifen des Brandes auf den "Beat Club" vermieden werden.

Eine zentrale Atemschutzsammelstelle fungierte als 3. Einsatzabschnitt. Vor der Volksbank wurden alle freien Atemschutzgeräteträger zusammengefasst und konnten von dort gezielt an die einzelnen Einsatzstellen entsandt werden.

Der 4. Abschnitt war für die Löschwasserförderung. Da abzusehen war, das die 3 Unterflurhydranten, die zu Einsatzbeginn gleich genutzt wurden, nicht ausreichen würden, wurde sofort eine umfangreiche Löschwasserversorgung über lange Wegstrecke aufgebaut. Insgesamt 5 B-Förderleitungen, die wie üblich eine Farbkennung erhielten, wurden von der Wasserentnahmestelle Innerste in der Innersteallee / Ecke Bahnhofstraße bis zum Einsatzort über jeweils ca. 350 m von den Schlauchwagen aus Langelsheim und Seesen gelegt.

 

Nach ca. 2,5 Stunden konnte "Feuer unter Kontrolle " gemeldet werden. Aufwendige Ablösch- und Nachlöscharbeiten schlossen sich an.

Ab ca. 08.00 Uhr konnten die ersten Feuerwehren aus dem Einsatz herausgelöst werden. Für letzte Nachlöscharbeiten blieb ab 09.30 Uhr nur noch eine Brandsicherheitswache mit 1 TLF und dem Teleskopmast der Feuerwehr Langelsheim bis um 14.30 Uhr an der Einsatzstelle.

Sehr gute Dienste hat hierbei die von der Feuerwehr Goslar zur Verfügung gestellte Wärmebildkamera geleistet. Mit ihr konnten auch noch letzte versteckte Brandnester gefunden und abgelöscht werden.

 

      

 

Zur Brandursachenermittlung wurde der Einsatzort von der Kriminalpolizei beschlagnahmt. Der entstandene Sachschaden wird nach vorsichtigen Schätzungen wohl eine sechsstellige Summe erreicht haben.

Die ebenfalls mit im Einsatz befindlichen Kräfte vom Rettungsdienst und vom DRK brauchten während des gesamten Einsatzes nicht beansprucht zu werden.

Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky war wie auch Bürgermeister Henning Schrader am Einsatzort, um sich ein Bild vom Geschehen zu machen.

Ein herzlicher Dank gilt zum einen den vielen Nachbarn, die die Einsatzkräfte mit warmen und kalten Getränken versorgt haben, und zum anderen den Mitgliedern unserer Altersabteilung, die für alle Einsatzkräfte vom Gerätehaus aus eine sehr gute Kaltverpflegung sicherstellten.

Auch die Zusammenarbeit aller eingesetzten Feuerwehren hat mal wieder - wie gewohnt -  reibungslos funktioniert. Auch dafür von den Langelsheimer Verantwortlichen ein großes Dankeschön.

 

Einsatzdauer von 04.46 bis ca. 15.30 Uhr

 

Eingesetzte Kräfte: (insg. 162)

 

  • FF Langelsheim: 59 Einsatzkräfte mit ELW, TLF 16-25, LF 16-20, LF 8, TLK 23-12, GW-Log 1, MTW
  • FF Astfeld: LF 8, RW 1, MTW
  • FF Bredelem: TSF-W, MTW
  • FF Wolfshagen im Harz: TLF 8-24, LF 8, MTW
  • FF Goslar: ELW, TLF 24-48, LF 20-16, DLK 23-12
  • FF Seesen: ELW, TLF 16-25, LF 8, DLK 23-12, SW 1000
  • FTZ Goslar: 2  Einsatzkräfte mit WAB-Atemschutz, Schlauchwechselwagen
  • Stadtbrandmeister
  • Kreisbrandmeister
  • Rettungsdienst Goslar: 1 RTW
  • Bergwacht Langelsheim: 2 Kräfte mit 1 KTW
  • DRK Wolfshagen im Harz: 2 Kräfte mit 1 KTW
  • Bauhof Stadt Langelsheim
  • Polizei

 

 

Bericht: hö     Fotos: Udo Ziegenberg, Karl-Heinz Stolze, Feuerwehr Langelsheim

 

Aktuelle Presseartikel zum Großbrand (Quelle GZ )

 

Online-Artikel vom 03.06.2009

 

Feuerwehren verhindern Großbrand im Stadtzentrum

 

 

 

LANGELSHEIM. Ein Großaufgebot der Feuerwehren hat am Dienstagfrüh bei einem Schuppenbrand im Stadtzentrum das Übergreifen der Flammen auf angrenzende Häuser verhindert. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Ursache des Feuers ist noch unklar, die Ermittlungen der Polizei dauern an.
Als die 150 Einsatzkräfte aus Langelsheim, Goslar, Seesen, Wolfshagen, Astfeld und Bredelem in den frühen Morgenstunden noch mit den Löscharbeiten beschäftigt waren, machte nach dem dritten Brand innerhalb von knapp zwei Monaten unter Nachbarn und Passanten längst die bange Frage die Runde: Ist der Feuerteufel von 2007 wieder aktiv? Bei den beiden Fällen zuvor hatte die Polizei aber jeweils einen „technischen Defekt“ als Ursache ausgemacht.

Aber zurück zum Brand am Dienstag: „Ich bin vom Prasseln der Flammen wach geworden“, berichtet Langelsheims Ortsbrandmeister Hartmut Ölmann, der nur wenige Meter vom Geschehen entfernt wohnt, „als wir kamen, brannte das Gebäude schon lichterloh.“
Dort lagerte Material vom Umbau des „Beatclubs“ – unter anderem zwei Gasflaschen für Schweißarbeiten. Nicht nur der „Beatclub“, auch die Gaststätte „Casablanca“, der frühere Einkaufsmarkt sowie zwei Wohnhäuser grenzten direkt an den Schuppen, der komplett niederbrannte.

Bei einem Schaden von rund 50.000 Euro blieb es dank des konzentrierten Einsatzes der Feuerwehr: Mit den zwei Drehleitern aus Goslar und Seesen sowie dem Langelsheimer Teleskopgelenkarm hielten sie die Flammen in Schach.

Bürgermeister Henning Schrader und Ordnungsamtsleiter Matthias Fiebig hoben noch am Brandort den enormen Nutzen des Teleskopmasten hervor. Er war im September 2003 per Ausnahmegenehmigung des Innenministeriums quasi als Pilotprojekt für Freiwillige Feuerwehren in Niedersachsen zugelassen worden – welche Weitsicht aller beteiligten Stellen.

So blieb es beim Sachschaden, einem zeitweise gesperrten Zentrum und drei verschreckten Kaninchen, die die Feuerwehr aus dem Obergeschoss des Nachbarhauses gerettet hatte.

 

 

 

Online-Artikel vom 04.06.2009

 

Brand in der Meisterstraße: Kripo ermittelt, Feuerwehrleute sehen Muster

Von Christina Borchers

 

 

LANGELSHEIM. Der belgische Schäferhund „Ramon“ hat eine feine Nase. Er war am Mittwoch der Erste, der mit seinem Hundeführer Volker Bunke die Brandstelle an der Meisterstraße betrat. „Wenn hier Brandbeschleuniger benutzt wurden, findet der Hund die“, sagte Waldemar Sodtke, verantwortlicher Sachbearbeiter bei der Goslarer Kriminalpolizei.

Wenig später zeigte sich bei einer Brandprobe, dass der Fassadenbeschlag mit einem einfachen Feuerzeug angezündet werden konnte. Nach fünf Sekunden brannte das Material selbstständig weiter. Das heißt aber noch nichts. „Wir haben bislang nichts in der Hand“, stellte Sodtke fest, während das Brandermittlerteam seine Arbeit machte.

Brandbeschleuniger hat das Team nach Mitteilung von Polizei-Pressesprecher Günter Koschig nicht gefunden. Ein Sachverständiger des Institutes für Schadensforschung aus Hannover war auch vor Ort. Dessen Ergebnisse erwarte die Kripo innerhalb der nächsten zwei Wochen, sagte Koschig. Bislang werde in alle Richtungen ermittelt: „Wir suchen die Brandursache, wobei Brandstiftung aber noch nicht ausgeschlossen ist.“

Angesichts der Häufung von Bränden in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses kommen nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei der Feuerwehr Erinnerungen an die Brandserie von 2007 auf. Auch wenn Stadtbrandmeister Ingo Henze sich an Spekulationen nicht beteiligt, gibt es doch nicht wenige Stimmen in der Feuerwehr, die nicht nur im aktuellen, sondern auch in zurückliegenden Fällen von Brandstiftung sprechen: Viele Details stimmten bei allen Bränden überein.

So waren es immer Nebengebäude, die brannten. Immer handelte es sich um Brandorte, die ein Brandstifter in alle Richtungen sehr schnell verlassen kann. Aufgrund dessen kam aber auch die Wehr immer sehr gut an die Brandstellen heran. Als weiteres Argument für Brandstiftung wird genannt, dass es kein Zufall sein kann, so viele Brände in einem so engen Umkreis löschen zu müssen.

Henze stellte klar, dass es nicht Aufgabe der Feuerwehr sei, Brandursachen zu ermitteln. Dennoch sorge er sich: „Die Brisanz steigt.“ Dass am Dienstag niemand verletzt wurde, sei nur dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass die schlafenden Bewohner des angrenzenden Hauses rechtzeitig geweckt werden konnten.