Besondere Einsätze

29-30.09.2007 - Hochwasser hält Langelsheim in Atem

 

Über 150 Einsatzstellen im Stadtgebiet

 

Durch von Freitag morgen bis in die Nacht zum Sonntag anhaltende starke Regenfälle von über 160 mm Gesamtmenge ergab sich wie in vielen anderen Ortschaften in der Region auch in Langelsheim eine Hochwasserlage, wie sie die Langelsheimer Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten nicht kennengelernt hatte.

Nachdem es für die Feuerwehr am Freitag noch ruhig geblieben war, wurden ab Sonnabend morgen um kurz nach 4 Uhr die Kräfte der Ortsfeuerwehr Langelsheim aus der nächtlichen Bettwärme in den Dauerregen gerufen.

Neben vielen kleinen Einsätzen galt es in den frühen Morgenstunden vor allem die Wohngebäude entlang des Steinweges, der Mühlenstraße, des Bruchkamps und der Rosenstraße vor den Wassermassen zu schützen. Der in dem Bereich verlaufende Mühlenbach trat teilweise über die Ufer und lief auf die Grundstücke. Die Ursache dafür waren volle Bachläufe im Papental südlich der B 82n und aufgeschwemmte Wiesen und Felder. Die schmutzige Brühe lief vom Papentalsweg über die Brücke der B 82n bzw. von der Bruchwiese kommend auf die Steinwegfahrbahn bis in den Ort hinunter.

 

   

 

Im weiteren Einsatzverlauf wurden zur Verstärkung der eigenen Kräfte noch die Ortsfeuerwehren aus Astfeld, Bredelem und Lautenthal alarmiert, bis auch sie im heimischen Ortsgebiet Hochwassereinsätze zu bewältigen hatten. Die Ortsfeuerwehr Wolfshagen im Harz war von vorn herein schon zu Haus gebunden.

Die Situation im Steinwegbereich verschlechterte sich erheblich, so dass sich die Einsatzleitung in Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt dazu entschloss, das Rückhaltebecken südlich der B 82n in Verlängerung des Steinweges zu schließen.

Die aufkommenden Wassermassen wurden dann nach dem Überlaufen des Beckens über einen Böschungsabfluss in einen Seitengraben direkt neben die B 82n geleitet.

Dadurch verschärfte sich die Situation auf den Fahrbahnen der B 82n dramatisch. Das aus dem Papental kommende Wasser schoss fontänenartig nicht nur in den südlichen Seitengraben der B 82n, sondern auch quer über beide Fahrbahnseiten.

Ein gefahrloses Befahren war nicht mehr möglich, so dass die Bundesstraße von den Abfahrten Langelsheim West bis Ost voll gesperrt wurde.

 

   

 

Da laufend immer wieder neue Einsatzstellen der internen Langelsheimer Leitstelle im Feuerwehrgerätehaus gemeldet wurden, entschloss sich die Einsatzleitung am Sonnabend nachmittag, weitere Feuerwehrkräfte zur Unterstützung bzw. Ablösung anzufordern.

Und ab 18.30 Uhr konnten dann Fahrzeuge und Mannschaften der Feuerwehren aus Braunlage, Lengde und Weddingen sowie von einem Fachzug "Wasserförderung" der Kreisfeuerwehrbereitschaft Osterode an verschiedenen Stellen eingesetzt werden.

Diese Kräfte wurden nochmals in der Nacht zum Sonntag von Kräften aus Clausthal-Zellerfeld, Groß-Döhren und Vienenburg abgewechselt. 

Dadurch verschärfte sich die Situation auf den Fahrbahnen der B 82n dramatisch. Das aus dem Papental kommende Wasser schoss fontänenartig nicht nur in den südlichen Seitengraben der B 82n, sondern auch quer über beide Fahrbahnseiten.

Ein gefahrloses Befahren war nicht mehr möglich, so dass die Bundesstraße von den Abfahrten Langelsheim West bis Ost voll gesperrt wurde.

Da laufend immer wieder neue Einsatzstellen der internen Langelsheimer Leitstelle im Feuerwehrgerätehaus gemeldet wurden, entschloss sich die Einsatzleitung am Sonnabend nachmittag, weitere Feuerwehrkräfte zur Unterstützung bzw. Ablösung anzufordern.

Und ab 18.30 Uhr konnten dann Fahrzeuge und Mannschaften der Feuerwehren aus Braunlage, Lengde und Weddingen sowie von einem Fachzug "Wasserförderung" der Kreisfeuerwehrbereitschaft Osterode an verschiedenen Stellen eingesetzt werden.

Diese Kräfte wurden nochmals in der Nacht zum Sonntag von Kräften aus Clausthal-Zellerfeld, Groß-Döhren und Vienenburg abgewechselt. 

Ebenfalls als dramatisch konnte die Lage im unteren Bereich der Granestraße beschrieben werden. Nur durch den Einsatz vieler Pumpen und dem Errichten von Sandsackwällen konnte ein Überschwemmen der Erdgeschosswohnungen verhindert werden.

Hier lag die Ursache an der bis über die Ufer angestiegenen Grane und eines ansonsten kleinen Nebenbaches, der aber durch die Grane zurückgedrückt wurde.

Zur nächtlichen Ausleuchtung wurde hier auch eine Beleuchtungseinheit des THW aus Bad Lauterberg mit 4 "Power-Moon"-Leuchtbällen eingesetzt.

 

   

 

An der Jerstedter Straße musste ein Metall verarbeitender Betrieb und angrenzende Wohngrundstücke vor der überlaufenden Grane geschützt werden.

Am Sonntag vormittag verschlechterte sich dann auch in Lautenthal im Bischofsthal die Situation. Hier trat der Kroatenbach auf die Straße.Neben der Feuerwehr Lautenthal wurden hier Kräfte der Feuerwehr Langelsheim und die sich noch in Langelsheim befindlichen Fahrzeuge aus Clausthal-Zellerfeld und Vienenburg zur Unterstützung eingesetzt.

 

   

 

Abschließend möchten wir uns bei allen beteiligten Feuerwehren und Helfern für die ausdrücklich hervorragende Zusammenarbeit bedanken. Trotz der teilweise schwierigen Verhältnisse klappten die Einsätze reibungslos. Auch die Vertreter der Stadt Langelsheim waren immer auf Augenhöhe und bemüht, die Wünsche der Feuerwehr schnellstens zu realisieren.

Ein besonderes Lob geht an das Küchenteam im Langelsheimer Feuerwehr-Gerätehaus. Hier wurden unermüdlich Speisen und Getränke für alle Beteiligten vorgehalten bzw. auch direkt an die Einsatzstellen ausgeliefert.

Aber auch die meisten betroffenen Grundstücksinhaber und deren Nachbarn versorgten die Einsatzkräfte. Nur vereinzelt war leider festzustellen, dass es Anwohnern egal war, was bei Ihnen geleistet wurde.

Wenig zu sehen während der gesamten Einsatzdauer war die Polizei!

 

Einsatzdauer von Sonnabend 04.15 Uhr bis Sonntag 14.30 Uhr

 

In Langelsheim eingesetzte Kräfte: (insg. ca. 225 Personen)

 

- Feuerwehr Langelsheim: 76 Kräfte mit TLF 16-25, LF 16-20, LF 8, GW Log 1, TLK 23-12, ELW, MTW

- Feuerwehr Astfeld: LF 8, RW 1, MTW

- Feuerwehr Bredelem: TSF-W, MTW

- Feuerwehr Lautenthal: LF 8, MTW

- Feuerwehr Braunlage: LF 8

- Feuerwehr Lengde: LF 8

- Feuerwehr Weddingen: TSF-W, MTW

- Fachzug "Wasserförderung" der KFB Osterode: 2 ELW, SW 2000, 2 TLF 16-25, 2 LF 16, LF 10-6

- Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld: LF 16-TS

- Feuerwehr Groß-Döhren: TSF-W

- Feuerwehr Vienenburg: LF 16-TS

- THW Ortsgruppe Bad Lauterberg: GKW mit Beleuchtungsanhänger

- Stadt Langelsheim: Ordnungsamt und Bauhof

 

Bericht: hö, Fotos: Feuerwehr Langelsheim und privat

 

 

GZ Artikel vom 01.10.2007

"Land unter" im gesamten Nordharz

 

GOSLAR/HILDESHEIM. Süd-Ost-Niedersachsen hat am Wochenende einen dramatischen Kampf gegen das Hochwasser geführt. Am Sonntag wurde nach mehreren Innerste-Deichbrüchen im Kreis Hildesheim Katstrophenalarm ausgelöst. In Goslar sicherten 3.500 Sandsäcke die historische Altstadt gegen die reißenden Abzucht-Fluten.
„Land unter“ hieß es in der gesamten Nordharzregion. Gut 600 Kräfte hatten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk am Samstag zwischen Bad Harzburg und Rhüden aufgeboten.
„Alles, was Beine hatte, war im Einsatz“, beschrieb Goslars Kreisbrandmeister Manfred Friedrich die Lage. Der Schlamassel hatte sich nach dem Dauerregen der Vortage schon in der Nacht zu Samstag angedeutet, als in Bad Harzburg erste Keller unter Wasser standen. Vom Samstagmorgen an gab es quasi keinen Ort im Nordharz mehr, der nicht massive Fluten meldete.
Am späten Samstagabend verschärfte sich die Lage wegen der Talsperren noch einmal. Vor allem die Innerste meldete Pegelstände von mehr als 100 Prozent. In der Nacht überfluteten in Baddeckenstedt im Nachbarkreis Wolfenbüttel die Wassermassen der Innerste mehrere Zufahrtsstraßen. Die Situation bei Baddeckenstedt mit unterspülten Bahngleisen war auch der Grund für die Sperrung der Strecke zwischen Hildesheim und Salzgitter-Ringelheim. Die Beeinträchtigung des Zugverkehrs werde auch am Montag anhalten, erklärte ein Bahnsprecher.
In der Harzregion beruhigte sich im Laufe des Sonntags die Lage.fh/hgb