Einsätze 2008

07.07.2008 - Großfeuer in einem landwirtschaftlichen Anwesen

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde um 03.38 Uhr die Ortsfeuerwehr Langelsheim über Funkalarmempfänger zu einem Brandeinsatz mit Stichwort "Gebäudefeuer" in die Breite Straße alarmiert.

Es handelt sich dort um ein landwirtschaftliches Anwesen. Straßenseitig mit dem Wohnhaus beginnend schließt sich direkt der ehemalige Stall an und der Scheunenbereich bildet nach insg. ca. 40 Metern das Ende der Bebauung.

Beim zeitgleichen Eintreffen an der Einsatzstelle von Stadtbrandmeister Uwe Borsutzky, der auch die Gesamteinsatzleitung übernahm, und dem Langelsheimer Ortsbrandmeister mit dem Einsatzleitwagen, konnte auf dem Bauernhof im ehemaligen Stallbereich schon offenes Feuer über zwei Etagen festgestellt werden. Auch aus dem Dach quoll schon massiv und weiter stark ansteigend Rauch empor. Der Landwirt selbst kam den beiden Kameraden noch schlaftrunken aus der Haustür entgegen. Gemeinsam bemühte man sich landwirtschaftliche Geräte aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich in Sicherheit zu verfahren. Sowohl ein Traktor und mehrere Anhänger wie auch später ein Mähdrescher konnten so geschützt werden.

Es wurde sofort umfangreich nachalarmiert. In Langelsheim liefen die Sirenen und die Ortsfeuerwehren Astfeld und Bredelem sowie ein Löschzug der Feuerwehr Goslar wurden um 03.48 Uhr nachgefordert.

Nach einer weiteren Erkundung wurden um 03.57 Uhr auch noch die Ortsfeuerwehren Wolfshagen im Harz, Lautenthal und der SW 2000 und das TLF 24-50 aus Vienenburg alarmiert. Und um 04.20 Uhr setzte sich der Atemschutz-Container der FTZ Goslar nach Langelsheim in Bewegung.

Der Einsatz wurde in insg. 5 Einsatzabschnitte eingeteilt. Ein Abschnitt für den Löschangriff von der Breiten Straße aus, der nächste Abschnitt für den rückwärtigen Löschangriff von der Steimelstraße aus, dann ein Abschnitt für die Wasserförderung über lange Wegstrecke, ein weiterer für die Atemschutzsammelstelle und ein Abschnitt für den Rettungsdienst / DRK.

Das DRK musste sich unter anderem auch um ein Alten- und Pflegeheim in der Langen Straße kümmern, welches auf der Gartenseite an das betroffene Grundstück grenzt. Das Pflegepersonal hatte aber umsichtig reagiert und alle Fenster des Heimes geschlossen, so dass kein Brandrauch eindringen konnte und kein Heimbewohner gesundheitliche Probleme bekam.

Die Langelsheimer Feuerwehr im Abschnitt "Breite Straße", der vom Langelsheimer Zugführer geleitet wurde, begann mit einem umfassenden Löschangriff durch die Tanklöschfahrzeuge über das Hofgelände auf den Stallbereich. Der Teleskopgelenkmast baute sich in der Breiten Straße auf, um zum in ca. 6 - 8 m Entfernung stehenden Nachbarwohnhaus eine Riegelstellung zu bilden.

Von der Innerste in der Straße Am Damm wurden mit dem LF 8, dem GW-Logisik (1.200 m B-Schlauch gekuppelt an Bord) sowie der Feuerwehr Astfeld zwei parallele Wasserförderleitungen zur Einsatzstelle verlegt.

Ein Innenangriff war nur so lange möglich, bis die Gefahr des Einsturzes erster Gebäudeteile größer wurde.

Im zweiten Abschnitt "Steimelstraße" setzte der Langelsheimer Ortsbrandmeister den Löschzug aus Goslar, die Tanklöschfahrzeuge aus Wolfshagen im Harz und Lautenthal sowie das aus Vienenburg ein.

Hier galt es über zwei Hinterhöfe bzw. Gärten den Löschangriff vorzutragen. Ein Übergreifen des inzwischen offenen Dachstuhlbrandes auf zum einen drei direkt angrenzende Garagen und ein Gartenblockhaus und zum anderen zwei Wohnhäuser mit ca. 8 bzw. 15 Meter Entfernung konnte erfolgreich verhindert werden. Die Gebäude nahmen nach ersten Erkenntnissen keinen Schaden.

Die Wasserförderung wurde über zwei parallel verlaufende Leitungen vom Löschwasserbrunnen im Uitschenpump mit dem Goslarer Löschgruppenfahrzeug aufgebaut.

Drei weitere Wasserförderleitungen wurden von der Innerste über die Innersteallee, die Bahnhofstraße und die Meisterstraße in die beiden Brandabschnitte verlegt. Hier wurden die Löschgruppenfahrzeuge aus Wolfshagen im Harz und Lautenthal, das Tragkraftspritzenfahrzeug aus Bredelem sowie der SW 2000 aus Vienenburg eingesetzt.

Die gesamte Wasserförderung wurde vom Langelsheimer Stellv. Ortsbrandmeister koordiniert, der vom Stellv. Stadtbrandmeister unterstützt wurde.

Auf den Parkplätzen vor der Stadt-Apotheke am Potsdamer Platz ging der Atemschutzcontainer in Stellung. Hier wurde auch die zentrale Atemschutzsammelstelle eingerichtet, aus der für beide vorderen Einsatzabschnitte Atemschutzgeräteträger in stets ausreichender Anzahl geholt werden konnten. Hierfür war der Bredelemer Ortsbrandmeister zuständig.

Morgens gegen ca. 05.30 Uhr hatten die Feuerwehren den Großbrand soweit unter Kontrolle, dass eine weitere Gefährdung der Nachbargrundstücke ausgeschlossen werden konnte.

Umfangreiche Ablöscharbeiten vor allen Dingen über die Goslarer Drehleiter und den Langelsheimer Teleskopgelenkmast schlossen sich aber an. Vor allen Dingen die im Dachgeschoss der Scheune und dem Stall gelegenen Stroh- und Heuvorräte konnten nur umständlich und von unten sehr schwierig und zeitaufwendig abgelöscht werden.

Ab 06.45 Uhr wurden die ersten Kräfte aus dem Einsatz entlassen und konnten, nachdem sie sich im Bereich der Atemschutzsammelstelle verpflegt hatten, in ihre Heimatorte einrücken.

So wurden nach und nach alle Kräfte herausgelöst bis auf die Feuerwehr Wolfshagen im Harz und das Langelsheimer Tanklöschfahrzeug mit dem Teleskopgelenkmast. Sie stellten noch eine Brandsicherheitswache bis zum Mittag hin.

Im Laufe des Nachmittages bis in den Abend hinein musste die Langelsheimer Wehr aber noch mehrfach zur Einsatzstelle ausrücken, da immer wieder kleine Brand- und Glutnester sichtbar wurden und auch für Rauchentwicklungen sorgten.

Ein Feuerwehrkamerad verletzte sich während des Einsatzes und wurde ambulant im Krankenhaus behandelt, eine Kameradin erlitt eine kleine Schnittverletzung, die aber direkt vom DRK behandelt werden konnte.

Der Stellv. Kreisbrandmeister war ebenfalls am Einsatzort, um sich ein Bild von dem Großfeuer zu machen.

Abschließend bleibt festzustellen, dass das Zusammenarbeiten aller eingesetzten Kräfte sehr gut funktioniert hat. Dafür an dieser Stelle noch einmal unser herzlicher Dank.

Die Brandursachenermittlung hat die Kriminalpolizei aufgenommen. Hierüber gibt es noch keine aktuellen Ergebnisse. Die Schadenhöhe wird wahrscheinlich bei mehreren 100.000 € liegen.

 

Einsatzdauer von 03.38 bis ca. 20.00 Uhr

Eingesetzte Kräfte: (insg. ca. 160)

FF Langelsheim: 62 Einsatzkräfte mit ELW, TLF 16-25, LF 16-20, LF 8, TLK 23-12, GW-Log 1, MTW

FF Astfeld: 18 Einsatzkräfte mit LF 8, RW 1, MTW

FF Bredelem: 15 Einsatzkräfte mit TSF-W, MTW

FF Lautenthal: 20 Einsatzkräfte mit LF 8, MTW

FF Wolfshagen im Harz: 20 Einsatzkräfte mit TLF 8-24, LF 8

FF Goslar: 18 Einsatzkräfte mit ELW, TLF 24-48, LF 20-16, DLK 23-12

FF Vienenburg: 6 Einsatzkräfte mit TLF 24-50, SW 2000 (Landkreis Goslar)

FTZ Goslar: 2 Einsatzkräfte mit WAB-A, Schlauchwechselwagen

Stadtbrandmeister

Stellv. Kreisbrandmeister

Rettungsdienst Goslar: 1 Notarzt u. 3 Rettungsassistenten mit NEF, RTW

Bergwacht Langelsheim und DRK Astfeld: 12 Kräfte mit RTW, 2 KTW

Bauhof Stadt Langelsheim: 3 Personen

 

Bericht: hö Fotos: Fam. Bokemüller (Breite Str.), Thomas Gudermuth, Feuerwehr Langelsheim