Einsätze 2008

13.06.2008 - Großfeuer in einer großen Industriehalle bei der Fa. "JL GmbH" ehemals Bleiwerk

Von Donnerstag auf Freitag um kurz nach Mitternacht wurde in Goslar auf dem Gelände der Fa. "JL GmbH" (ehemaliges Bleiwerk) in einer ca. 45 x 100 m großen Halle ein Feuer entdeckt, welches sich in schnellster Zeit zu einem sehr aufwendig zu bekämpfenden Feuerwehr-Großeinsatz entwickelte.

Die Ortsfeuerwehr Goslar hatte nach ihrer Alarmierung wegen der Auslösung der betriebseigenen Brandmeldeanlage zunächst keine Feststellungen auf einen Ernstfall machen können. Aber nachdem bei der Erkundung dann doch ein Feuer entdeckt wurde, ließ der Brandmeister vom Dienst sofort alle Alarmschleifen der Schwerpunktfeuerwehr Goslar, die Feuerwehr Oker und einen Löschzug der Feuerwehr Langelsheim alarmieren.

Noch auf unserer Anfahrt forderte die Einsatzleitung unseren GW-Log1 mit seinen 1.200 m B-Schlauch nach und ließ die Feuerwehren Jerstedt, Hahndorf sowie einen erweiterten Löschzug der Schwerpunktfeuerwehr Bad Harzburg alarmieren.

Das Feuer in der Halle, die von einem kunststoffverarbeitenden Betrieb genutzt wurde, hatte sich in Windeseile in einen ausgewachsenen Großbrand verwandelt.

Die Feuerwehr Goslar hatte ihren Einsatzschwerpunkt über die betriebliche Hauptzufahrt im östlichen Hallenbereich gefunden.

Andere Kräfte der Kaiserstadt waren auf der rückwärtigen und gegenüberliegenden westlichen Seite am Arbeiten. In diesen Einsatzabschnitt wurde auch unser Zug geführt. Hier wurden im weiteren Verlauf auch noch Kräfte der Feuerwehr Vienenburg eingesetzt. Die Wasserversorgung für unseren Abschnitt stellten wir selbst zusammen mit Goslarer und Hahndorfer Kräften über Unterflurhydranten und die verhältnismäßig gut Wasser führende Abzucht her.

Kaum durch den Goslarer Zugführer in unseren Abschnitt eingewiesen und den Teleskopgelenkmast in Stellung gebracht, wurde uns eine immense Gefahr explosiv offenbar. Mehrere Gasdruckbehälter im Innen- und Außenbereich der Halle explodierten nicht nur mit ohrenbetäubendem Knall, sondern auch mit stark spürbaren Hitze- und Druckwellen. Wir versetzten unser Hubrettungsgerät sofort in einen sichereren Bereich und nahmen von dort dann eine erste Brandbekämpfung vor.

Alle Beteiligten können nur froh und dankbar sein, dass durch den mehrfachen Druckbehälterzerknall keine Person verletzt wurde. Auch Einsatzgeräte wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Das ist nur dem umsichtigen und der Situation gegenüber auch besonnenem Verhalten aller Einsatzkräfte zu verdanken!

Ein dritter Einsatzabschnitt wurde vom Löschzug Bad Harzburg und Goslarer Ortsfeuerwehren auf der nördlichen Hallenseite bearbeitet.

Das Feuer war in dem weit verzweigten, im Inneren teilweise zweigeschossigen Hallenbau nur sehr mühsam und zeitaufwendig unter Kontrolle zu bringen.

Um die aufsteigenden und evtl. gesundheitsgefährdenden Brandgase für umliegende Stadtteile zu überprüfen, wurden auch Spür- und Messfeuerwehren sowie die dazugehörige Kreismessleitung zur Einsatzstelle beordert. Alle Messungen ergaben allerdings keine Gefährdungen für Mensch und Tier in den betroffenen Bereichen.

Morgens gegen 05.30 Uhr wurden die ersten Kräfte aus dem Einsatz herausgelöst. Von Langelsheimer Seite konnten alle Fahrzeuge bis auf den Teleskopgelenkmast wieder einrücken. Dieser wurde für weitere Lösch- und Überwachungsmaßnahmen benötigt. Ein Einsatzende war aber noch nicht absehbar.

Ab ca. 7 Uhr morgens stellte man fest, dass im Kellergeschoss des Hallenbaus mehrere Tonnen Kunststoffmaterial in Brand geraten waren. Da ein Zugang zum Keller nicht mehr möglich war, entschloss sich die Einsatzleitung dazu, die Räumlichkeiten mit Schaum zu fluten. Es wurde ein sehr umfangreicher und aufwendiger Schaummitteleinsatz in die Wege geleitet.

Dazu wurde noch einmal u. a. auch die Feuerwehr Langelsheim alarmiert. Mit dem GW-Log1 wurden 2.000 Liter Schaummittel bei der Fa. Chemetall aufgenommen und zur Einsatzstelle verbracht. Das LF 16-20 unterstützte die Arbeiten. Weitere 4.000 Liter kamen von der Berufsfeuerwehr Braunschweig.

Zur Ablösung für schon lange eingesetzte Kräfte wurden jetzt noch die Feuerwehren Bündheim, Dörnten, Othfresen und Upen nachgefordert.

Erst gegen Mittag war von keinen weiteren Gefährdungen auszugehen, so dass die Feuerwehr Langelsheim komplett einrücken konnte.

Abschließend bleibt von Langelsheimer Seite festzustellen, dass die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Feuerwehren - auch in besonders schwierigen Situationen - sehr gut funktioniert hat.

Der entstandene Sachschaden soll nach ersten Schätzungen bei mehreren Millionen Euro liegen.

Weitere Berichte können Sie auch unter feuerwehr-goslar.de und feuerwehr-badharzburg.net lesen.

 

Einsatzdauer FF Langelsheim von 00.26 bis 13.45 Uhr

Eingesetzte Kräfte:

FF Langelsheim: insg. 49 Kräfte mit ELW, TLF 16-25, LF 16-20, LF 8, TLK 23-12, GW-Log1, MTW

FF Goslar: ELW, TLF 16-25, TLF 24-50, LF 16-12, LF 20-16, LF 8, DLK 23-12, RW 2, LKW, MTW, BvD-Pkw

FF Hahndorf: TLF 16-24, LF 8, MTW

FF Hahnenklee: TLF 8, LF 8, DLK 23-12, MTW

FF Jerstedt: TLF 16-24, LF 8, MTW

FF Oker: TLF 8, TLF 20-16, LF 8, MTW

FF Vienenburg: ELW, TLF 24-50, SW 2000 (LK Goslar)

FF Bad Harzburg: ELW, TLF 16-25, TLF 4000, LF 16, DLK 23-12, MTW

FF Bündheim: TLF 16-24, LF 8, Hi-LF, GW-Öl, GW, MTW

FF Dörnten: LF 8

FF Othfresen: LF 8, MTW

FF Upen: LF 16-TS

FF Wiedelah: LF 8

Spür- und Messfeuerwehren: Bettingerode, Bredelem, Buntenbock, Lengde, Neuenkirchen, Bad Harzburg

BF Braunschweig

FTZ Goslar: WAB Atemschutz

Polizei

Rettungsdienst und SEG Goslar (DRK)

 

Bericht: hö, Bilder: sk, hlö und hö